Georg J. Daxer

facebook

Manchmal blättert

– eigentlich scrollt – man

durch die Liste von

Freundschaftsvorschlägen.

Sei es, weil man sich,

gepiesakt von echten Menschen,

einsam und ungeliebt fühlt.

Oder sei es, weil man sich einfach gerne

durch fremde Gesichter und Namen wühlt.

„Ach, wie nett“,

denkt man sich dann,

und klickt die bekannteren

Köpfe an.

Doch meistens

erspäht man die miesen Visagen

von Quälgeistern, Deppen

und völlig nutzlosen

Loiseln und Seppen:

Den einen gemieden,

vom ander’n geschieden,

die eine vermisst,

die and’re geküsst…

So viele andere, fremdere Leben,

die mit dem eig’nen facebook-Profil

nichts mehr zu tun haben mögen!

Die Freundschaftsvorschläge also bleiben

– bei aller künstlicher Netz-Hawarie –

eine äußerst traurige Galerie!